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| Im Zangengriff | PRINT | | Virtuelle Klassenräume auf Open Source-Basis |
Offenbach, Dezember 2006 – (von Matthias Rückel) Während sich Open Source Lernumgebungen wie Moodle, Ilias und andere längst etablieren konnten, stehen die Open Source-Alternativen für virtuelle Klassenräume erst am Anfang. Sie kämpfen mit deutlich schwereren Rahmenbedingungen. Kostenlose Web 2.0-Angebote machen die Marktlage nicht einfacher.
Die bekanntesten Open Source-Projekte im Bereich virtuelle Klassenräume sind Webhuddle und dimdim. Beide Projekte befinden sich noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium, und haben das Stadium eines 1.0 Releases noch nicht erreicht. Dimdim befindet sich in der Alphaphase, während Webhuddle immerhin schon die zweite Stufe, die Betaphase, erklommen hat.
Fakt ist, augenblicklich sind beide Systeme für einen professionellen Einsatz im Geschäftsumfeld noch nicht ausgereift genug. Beide Systeme dürften voraussichtlich im Jahr 2007 als vollwertige 1.0 Versionen in das Marktgeschehen eintreten.
Warum haben sich im Bereich der Echtzeitkommunikation die Open Source-Systeme nicht so frühzeitig entwickelt wie im Bereich der Lernumgebungen? Virtuelle Klassenräume sind längst nicht so teuer wie Lernmanagementsysteme, so dass der wirtschaftliche Vorteil von Open Source-Systemen hier nicht so groß ist.
Virtuelle Klassenräume könne relativ schnell und unkompliziert ohne eigene Installationen gemietet werden. Die Anbieter bieten zum Einstieg attraktive Tarife mit einer genauen Abrechnung der Nutzungszeit oder preiswerte monatliche Flatrates an. Die Preise fallen seit Monaten und liegen augenblicklich zwischen 30 und 80 € pro Monat für einen virtuellen Raum.
Open Source-Projekte im Bereich der Echtzeit-Kommunikation kämpfen deshalb mit deutlich schwereren Rahmenbedingungen. Eine zusätzliche Konkurrenz, die Open Source-Lernumgebungen wie Moodle gar nicht kennen, bilden neuerdings kostengünstige oder gar kostenlose Web 2.0 Angebote, die teilweise dem Markt für virtuelle Klassenräume zuzurechnen sind.
Dabei handelt es sich in der Regel nicht um vollwertige virtuelle Klassenräume, sondern um Systeme, die sich auf einen bestimmten Schwerpunkt, zum Beispiel ein interaktives Whiteboard, konzentrieren. Eine Ausnahme bildet hier das Web 2.0 System Vyew, welches über die wesentlichen Grundfunktionen mit Ausnahme der Sprachübertragung verfügt. Leider sind bei Web 2.0-Anwendungen nicht immer klare und zukunftsträchtige Geschäftsmodelle erkennbar.
Ob die beiden Open Source Projekte dimdim und Webhuddle es schaffen eine ausreichende Entwicklergemeinschaft um sich zusammeln und eine ausgereifte Alternative zu den bestehenden preiswerten Angeboten kommerzieller Anbieter darstellen, wird sich wohl im Laufe des Jahres 2007 zeigen.
Weitere Informationen finden Sie im Live Online Collaboration Blog: |
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