Digitale Hilfe

Digitalisierung statt Lehrerfrust: Die All-in-One-App Sdui

Koblenz, Januar 2020 -  Die Kommunikationswege an vielen deutschen Schulen sind träge und veraltet: Es gibt Pinnwände, Elternbriefe und Telefonketten. Manche nutzen WhatsApp-Gruppen, andere schreiben eMails und Kurznachrichten. Doch durch die Nutzung vieler verschiedener Kanäle wird die Kommunikation schnell unübersichtlich und verursacht dadurch einen Mehraufwand für das Schul- und Lehrpersonal - dabei ist deren Arbeitsbelastung generell schon hoch.

Laut Forsa-Umfrage beklagen 68 Prozent der Schulleiter zudem einen langfristig höheren Arbeitsaufwand durch die Umsetzung des 2018 eingeführten EU-Datenschutzgesetzes. Eine digitale Lösung gegen den dadurch entstehenden Lehrerfrust hat ein junges Gründerteam noch zur eigenen Schulzeit entwickelt:  Die All-in-One App Sdui ist eine zentrale Plattform, über die Lehrer, Schüler und Eltern nicht nur einfach und DSGVO-konform miteinander kommunizieren können, die App übernimmt auch Verwaltungsaufgaben und lässt dem Lehrpersonal so mehr Zeit für Unterricht und Schüler. 

Digitale Hilfe nah an den Bedürfnissen von Lehrern und Schulleitern

Welche digitalen Hilfen brauchen Lehrer und Schulleitung wirklich, um den Arbeitsalltag zu erleichtern? Das war die Ausgangsfrage, die sich Jan Micha Kroll und Daniel Zacharias 2015 stellten, als sie den Grundstein für die neuartige Kommunikationsplattform Sdui legten. Aus ihrer Schülersicht heraus hatten sie bemerkt, in welchen Bereichen von Verwaltung und Schulorganisation digitale Werkzeuge helfen könnten. 

"Um zu verstehen, warum etwa Stundenpläne nicht digital abrufbar waren, oder warum eine Information erst sehr viel später bei uns und unseren Eltern eintraf, haben wir versucht, die Perspektive des Lehrers einzunehmen. Und wir haben erkannt, vor welchen Herausforderungen Lehrer und Schulleiter stehen. Neben dem Unterricht haben sie endlos viel Verwaltungs- und Organisationsaufwand. Außerdem sind sie für die Kommunikation zum Schüler und seinen Eltern verantwortlich. Dafür müssen sie einen guten Modus finden, um nicht etwa am Abend um 21 Uhr von Eltern angerufen zu werden, die sich nach der passenden Bekleidung für den Ausflug am nächsten Tag erkundigen. Gleichzeitig spielt das Thema Datenschutz bei der Kommunikation von Schulen eine wichtige Rolle", erklärt Zacharias, Gründungsmitglied und CEO von Sdui. 

So haben die Gründer Sdui sehr nah an den Bedürfnissen von Lehrern und Schulleitung und mit ihnen im ständigen Austausch entwickelt. Übrigens zuerst mit der Schulleitung der eigenen Schule. Alles startete hier mit der Digitalisierung von Stunden- und Vertretungsplänen, die Schüler rechtzeitig über Ausfallstunden informieren sollten. 

Vom prämierten Jugend forscht-Projekt zum erfolgreichen Start up

Aus dem Start in der eigenen Schule 2015 entwickelte sich ein prämiertes Schülerprojekt für "Jugend forscht" und schließlich ein aufstrebendes Unternehmen. Seit der Gründung im Februar 2018 sind rund 30 Mitarbeiter hinzugekommen. Der Einstieg des Startup-Accelerators Pando Ventures, der in das Startup investierte, wirkte außerdem wie ein Katalysator. Hinzu kam noch das Land Rheinland-Pfalz, das mit seiner Förderbank ISB in das junge Unternehmen investiert ist.
Mittlerweile hat das Team rund 1.000 Schulen bundesweit erreicht, die mithilfe der Plattform ihren Alltag digital und datengeschützt vereinfachen können. Die Zahl der Nutzer liegt im mittleren bis oberen sechsstelligen Bereich. Der Umsatz ist im zweiten Geschäftsjahr nach Gründung siebenstellig und um 800 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. 

Best Case: Stadt Solingen setzt komplett auf Sdui
Ein Beispiel für den bereits flächendeckenden Einsatz von Sdui ist die Stadt Solingen: Nach rund zweijähriger Testphase an sechs Solinger Schulen plant Solingen als erste Stadt, die Sdui-App als Standard für alle Schulen einzuführen. "Es war uns wichtig, während der Pilotphase alle Schulformen mit der Sdui-App auszustatten. Die Zeit haben wir genutzt, individuelle Lösungen mit Sdui zu erarbeiten, um die App für alle Schulformen nutzbar zu gestalten. Im Endergebnis kann man sagen, alle sind begeistert", sagt Dirk Wagner, der Chief Digital Officer in Solingen. Dabei war die Frage nach dem Datenschutz der Stadt bei der Umsetzung besonders wichtig. "Wir können die App den Schulen anbieten, weil sichergestellt ist, dass die Datenschutzgrundverordnung eingehalten wird", versichert Wagner.