Wie sinnvoll sind KI, Gamification & Co. für Corporate Learning? | CHECK.point eLearning
Freiheit zu lernen

Wie sinnvoll sind KI, Gamification & Co. für Corporate Learning?

München, Dezember 2017 - Nach Analysten-Prognosen wird der weltweite Markt für eLearning und Learning Management Systeme bis 2025 jährlich um rund 7,2% auf 325 Milliarden US-Dollar wachsen. Künstliche Intelligenz, Virtual Reality und Gamification sind die Schlagwörter für Technologietrends in naher und mittelfristiger Zukunft. Social Learning im Look & Feel von Facebook & Co. sowie kompakte, mobil genutzte Micro Learning-Einheiten sollen Lernanreize und Mitarbeiter-Motivation weiter steigern.

 

Doch welche Technologien und Lernsysteme werden sich durchsetzen, welche sind überhaupt sinnvoll im Hinblick auf Weiterbildung, Karriereentwicklung, Mitarbeitererhalt und Sicherung der unternehmerischen Wettbewerbsfähigkeit? – Aus Sicht des Lerntechnologie-Anbieters Skillsoft gehören die steigenden Schulungs-Anforderungen von Unternehmen im Hinblick auf die Ausbildung digitaler Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter zu den größten Wachstumstreibern im Markt.

Digitalisierung erfordert digitale Unternehmenskultur

Angesichts der rasant fortschreitenden Digitalisierung in Unternehmen erwarten Verbände und Experten gleichermaßen, dass digitale Fähigkeiten künftig zu einer Kernkompetenz für Mitarbeiter und Führungskräfte werden. Einer aktuellen Studie des Branchenverbands BITKOM zufolge seien jedoch rund 72% aller abhängig Beschäftigten schlecht oder gar nicht auf digitale Technologien und Prozesse vorbereitet. In über 59% der Fälle biete der Arbeitgeber gegenwärtig keine Weiterbildung zu digitalen Themen an. Nach Einschätzung von Skillsoft wird der Bedarf an entsprechenden Lernprogrammen künftig deutlich steigen, um Unternehmen in die Lage zu versetzen, die hohen Geschäftspotenziale neuer Digitaltechnologien gewinnbringender ausschöpfen zu können.

"Digitale Transformation schafft nicht nur neue Geschäftsmodelle und -chancen, sondern erfordert essenziell die Entwicklung einer digitalen Intelligenz im Unternehmen. Die Vorbereitung von Mitarbeitern und Führungskräften auf den digitalen Wandel gehört daher heute zu einer der größten Herausforderungen für Unternehmen", erläutert Bill Donoghue, Chairman und Chief Executive Officer der Skillsoft Gruppe.

Als Reaktion auf die bereits stärker werdende Nachfrage hat das Unternehmen als branchenweit erster Learning Anbieter Mitte November ein umfassendes "Digital Transformation Fundamentals for Business"-Kursprogramm gestartet. Neben Grundlagen-Trainings zu Transformationstechnologien und digitalen Kompetenzen beinhaltet es Spezial-Kurse für Datenanalyse, digitale Agilität, Marketing-Kommunikation, virtuelle Zusammenarbeit und mehr. Das Programm soll Unternehmen unterstützen, ihren Mitarbeitern und Führungskräften das erforderliche Praxiswissen für einen produktiven und wirtschaftlichen Einsatz digitaler Technologien und Geschäftsprozesse zu vermitteln.

IT-Sicherheit und Compliance

Sicherheitsrelevante und Compliance-Trainings gehören laut Skillsoft ebenfalls zu den künftigen Top-Themen. Im Hinblick auf veränderte IT-Sicherheitsanforderungen beim Einsatz digitaler Technologien sowie der neuen, ab Mai 2018 geltenden Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) rechnet das Unternehmen mit einer deutlich steigenden Nachfrage an unternehmensweiten Schulungsmaßnahmen.

Digitale Lernprogramme sind aus wirtschaftlichen Gründen gut geeignet, um ganze Belegschaften zu schulen. Jedoch kommt es gerade bei komplexen, mitunter als trocken und langweilig empfundenen Themen ganz besonders auf eine attraktive Gestaltung des Kursprogramms an. Neueste Kursprogramme verbinden daher kognitives Lernen mit emotionalem Erleben. Multimodale Inhalte und praxisnahe Fallbeispiele in Form kompakter Video-Sequenzen und Animationsfilme tragen zu einer sukzessiven Sensibilisierung der Mitarbeiter für Sicherheits- und Datenschutzthemen bei und optimieren das Lernverhalten nachhaltig.

Der digitale Coach kommt

Auch beim eLearning selbst ist ein starker digitaler Wandel deutlich erkennbar. Er äußert sich in einer Vielzahl neuer, technischer Schlagwörter, wie etwa Künstliche Intelligenz (KI), spielerisches Lernen (Gamification), Massive Open Online Courses (MOOC), Micro oder Mobile Learning. Obwohl ein Teil dieser Technologien zunehmend in Lernplattformen und Kursen, aber auch in Talent Management-Lösungen einfließen, hängen andere Innovationen, wie zum Beispiel Virtual oder Augmented Reality, den Erwartungen noch hinterher.

"Die Integration von künstlicher Intelligenz in Lern-Technologien wird in 2018 weiter voranschreiten", prognostiziert Heide Abelli, Senior Vice President für Content Product Management bei Skillsoft und erläutert: "In den nächsten Jahren werden digitale, KI-basierte Agenten die Lerngewohnheiten jedes Anwenders erkennen, maßgeschneiderte Lernangebote zusammenstellen und individuelle Feedbacks geben. Mittelfristig werden diese Learning Agents zusätzliche Rollen übernehmen, etwa die eines interaktiven Trainers oder Mentors." So identifiziert der digitale Coach der Zukunft über die Interaktion beispielsweise bestimmte häufig verwendete Schlüsselbegriffe. Auch die Nutzung biometrischer Nutzer-Informationen ist bereits in Planung.

Social Learning

Die Vielzahl neuer Technologien, die ins digitale Lernen einfließen, verdeutlicht einen klaren Trend: Lernen wird zunehmend individueller, unabhängiger, kompakter und sozialer. Besonders fortschrittliche Learning Management-Lösungen sind im Look & Feel einer Social Media-Plattform aufgebaut, besitzen jedoch die Funktionalität eines leistungsstarken Wissensmanagement-Systems. Intelligente Suchalgorithmen und KI-Komponenten liefern dem Anwender genau  die Inhalte, die zu seinen individuellen Lernanforderungen passen, auf seine personalisierte Homepage. Darüber hinaus identifiziert das System eventuelle Defizite in der Qualifikation eines einzelnen Mitarbeiters und unterbreitet aktiv Vorschläge für Kurse, um das fehlende Wissen bestmöglich zu kompensieren.

Die zunehmend erforderliche Mobilität, dezentrales Arbeiten sowie nicht zuletzt die starke Einbindung von Mitarbeitern ins Tagesgeschäft machen es immer schwieriger, Teile der Belegschaft tageweise für Präsenzschulungen abzustellen. "Die orts- und zeitunabhängige Nutzung kompakter Micro Learning-Einheiten in Form von drei- bis fünf-minütigen Videos werden insbesondere von Unternehmen im DACH-Markt immer häufiger nachgefragt", weiß Steve Wainwright, Corporate Vice President EMEA bei Skillsoft, zu berichten. Aus seiner Sicht müsse eine moderne Corporate Learning-Lösung sogenannte 'New Work'-Arbeitsmodelle berücksichtigen. Mitarbeiter erhalten damit einen völlig neuen Freiraum, Lerneinheiten zeitlich ideal in ihren Arbeitsalltag zu integrieren und selbst zu entscheiden, wann, wo oder mit welchem Device sie lernen.

Gamification für die Unternehmens-Community

Neben typischen Social-Funktionen, wie zum Beispiel "Inhalte teilen", "Chat" oder "Feedback", in Learning-Plattformen sollen auch spielerische Komponenten die Anreize und Mitarbeiter-Motivation weiter steigern. Lern-Spiele, Bestenlisten, spezielle Challenges und anderes mehr werden jedoch nicht nur das Lernen in Zukunft unterhaltsamer machen. Insbesondere bei Unternehmen mit dezentralisierten Arbeitsstrukturen gilt Gamification zunehmend als Bindeglied für Firmenangehörige, die vorwiegend mobil oder an anderen Standorten arbeiten. Denn die physische Distanz zum Hauptstandort des Unternehmens kann das Zugehörigkeitsgefühl und damit das Engagement der betreffenden Mitarbeiter erheblich verringern.

"Eine hohe Einsatzbereitschaft ist abhängig vom 'Wir-Gefühl' der Mitarbeiter und damit ein wesentliches Kriterium für eine erfolgreiche Personalentwicklung und einen langfristigen Mitarbeiter-Erhalt", kommentiert Dan Boccabella, Vice President Product Management beim Talent Management-Lösungsanbieter SumTotal. "Oft genügen schon einfache Gamification-Maßnahmen, etwa die Einführung virtueller Zielvorgaben, Progressionsmesser, Schwierigkeits-Levels oder Erfahrungs-Punktesysteme, um ein Zugehörigkeitsgefühl zur Unternehmens-Community zu erzeugen und das Engagement der Mitarbeiter zu steigern."

Welcher Trend setzt sich durch? – Eine Handlungsempfehlung

In der Arbeitswelt der Zukunft gilt lebenslanges Lernen als Grundlage zur Verbesserung individueller Karriere-Perspektiven für Mitarbeiter und Führungskräfte. Für Unternehmen wird der Aufbau und Erhalt einer hohen "Corporate Intelligence" auf breiter Belegschafts-Ebene hingegen zunehmend zu einem elementaren Baustein für die Sicherung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit. Ein erfolgreiches Talent Management wird in Zukunft unmittelbar mit der Qualität der digitalen Lerninfrastruktur und der Weiterbildungsangebots im Unternehmen verknüpft sein.

Unternehmen sollten bei der Auswahl eines langfristig tragfähigen Talent- oder Learning Management-Systems genau prüfen, welche der technologischen Innovationen einerseits effektive, individuelle Anreize für Mitarbeiter schaffen, andererseits aber auch die Performance der gesamten Organisation messbar und nachhaltig verbessern.

"Die Freiheit zu lernen – das ist der eigentliche Trend für die Zukunft", resümiert Bill Donoghue.