Künftige Anforderungen
Berlin, Oktober 2026 - (von Julian Süllner, Provehor UG) Die Bundesregierung will das Fernunterrichtsschutzgesetz abschaffen. Viele Anbieter haben darauf gewartet, weil die Zulassungspflicht der ZFU immer mehr Online-Formate erfasst hat. Wer Einsendeaufgaben oder Klausuren mit KI korrigieren lässt, bekommt damit allerdings keine Freiheit von Regeln. Ab Ende 2027 gelten die Pflichten der europäischen KI-Verordnung.
Ansatz an drei Punkten
Leipzig, Oktober 2026 - (von Anna Sixl, Lecturio GmbH) Kaum ein Weiterbildungsanbieter kommt derzeit ohne das Label "KI-gestützt" aus. Für HR- und L&D-Verantwortliche wird es dadurch zunehmend schwieriger, echte Innovation von reinem Marketing zu unterscheiden. Bei Lecturio sind wir überzeugt: Künstliche Intelligenz ist im Corporate Learning nur dann ein Fortschritt, wenn sie ein konkretes Problem löst. Das kann sein, dass Mitarbeitende Gelerntes schnell wieder vergessen, Zeit mit bereits Bekanntem verbringen oder Weiterbildung am tatsächlichen Bedarf vorbeigeht.
Risikobasierte Lernstrategie
München, Oktober 2026 - (Barbara Dörner, FKC) Compliance ist ein zentraler Bestandteil von Compliance-Management-Systemen und wird in Unternehmen häufig über verpflichtende Schulungen vermittelt. Das übergeordnete Ziel ist die Einhaltung der für das Unternehmen geltenden rechtlichen und internen Vorgaben. Typische Themen einer Compliance-Schulung sind, um nur einige zu nennen, Verhaltenskodex, Antikorruption, Datenschutz oder Geldwäscheprävention. Das Interesse an einer wirksamen Compliance-Schulung ist groß, denn Compliance-Verstöße können erhebliche rechtliche, finanzielle und reputative Folgen haben. Die Zahl öffentlich dokumentierter Datenschutz-Bußgelder zum Beispiel und die Summe der verhängten Sanktionen zeigen, dass Verstöße gegen regulatorische Vorgaben reale Konsequenzen haben können.
Kommentar
Frankfurt a.M., September 2026 - (von Sebastian Walker, Gründer & CEO Omnora) Warum 55 Prozent der Unternehmen KI zur Priorität erklären und nur 35 Prozent darin ausbilden. Und warum das seit Februar 2025 keine Frage der Ambition mehr ist. Es gibt in vielen Unternehmen einen Satz, der wie ein Plan klingt und keiner ist: "Wir machen erst mal Awareness". Ich höre ihn regelmäßig von L&D-Verantwortlichen, die KI in der Zielvereinbarung stehen haben und kein Budget für eine Schulung. Nicht aus Bequemlichkeit. Sondern weil niemand sagen kann, was genau geschult werden soll.
Zusammenarbeit
Lübeck, August 2026 - Künstliche Intelligenz hat sich innerhalb weniger Jahre von einem Zukunftsthema zu einem der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren der Wirtschaft entwickelt. Inzwischen nutzen 41 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI, weitere 48 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz. Doch während Unternehmen weltweit Milliardenbeträge in KI investieren und immer mehr Geschäftsprozesse automatisieren, bleibt der Mittelstand häufig hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Potenziale werden erkannt, erste Ideen entstehen – doch viele Projekte kommen nicht über die Planungsphase hinaus.
Halbzeit 2026:
München, Juli 2026 – (von Franziska Melzig, FKC) Auf den eLearning-Messen wird über Künstliche Intelligenz geredet, über Automatisierung, Prompting, digitale Assistenten und Effizienzgewinnung. Man könnte also annehmen, dass jetzt auch inhaltlich vor allem technische Kompetenzen für die Schulungen von Mitarbeitenden gefragt sind. Tatsächlich zeigt sich derzeit jedoch parallel dazu ein anderer Trend.
Cybersecurity-Trainings
München, Juli 2026 - (von Franziska Melzig, Fischer, Knoblauch & Co.) Cybersecurity ist ja erstmal ein großes Wort. Da geht es um Firewalls, Systeme, Zero Trust, Zero Clicks, Updates, Richtlinien… und irgendwo mittendrin auch um Menschen. Denn egal, wie gut die Technik ist oder wie erfolgreich die Penetrationstests im Vorfeld ausfallen: Am Ende reicht oft eine einzige Mail im Posteingang, ein Post-It mit Passwort am Rechner oder ein unbedachtes Telefonat.
Unsichtbares Lernen
Düsseldorf, Juli 2026 - (von Thorsten Rusch, Cornerstone OnDemand) Der Veränderungsdruck ist in vielen Unternehmen aktuell so hoch wie selten zuvor. KI verändert Rollen, Prozesse und Anforderungen an Fähigkeiten oft schneller, als Organisationen darauf reagieren können. Gleichzeitig fehlt vielerorts ein klarer Ansatz, wie sich dieser Wandel wirksam in den Arbeitsalltag übersetzen lässt. Genau hier wird Lernen zum zentralen Treiber: Nicht als begleitende Maßnahme, sondern als kontinuierlicher Prozess, der Mitarbeitende befähigt, sich im laufenden Wandel zu orientieren und anzupassen.
Kommentar
Gießen, Juni 2026 - Mit TreadEd lassen sich Online-Kurse erstellen, die sich an jeden Lernenden individuell anpassen. Gestützt auf KI, aber kontrolliert durch die jeweilige Expertise. Co-Founder und AI-Engenieer Daniel Kaulbach stellt fünf Thesen für die Zukunft des Corporate Learning auf, die der Veränderung des Lernens durch und mit KI Rechnung tragen.
Sich ändernde Bedingungen
Bad Homburg, Juni 2026 - Im Jahr 2016 hat Hajo Noll, Geschäftsführer der Canudo GmbH, in einem Artikel geschrieben, dass der Mensch der zentrale Erfolgsfaktor im eLearning sei. Stimmt das rund zehn Jahre später immer noch? Und was sagt die KI dazu? Auszüge aus dem Artikel und eine aktuelle KI-Bewertung wechseln sich in diesem Beitrag ab.
Aussteller-Überlegungen
Berlin/Karlsruhe, Mai 2026 - Die 33. LEARNTEC hat ihre Tore geschlossen. Doch schon lange vor der Eröffnung brodelte unter den potenziellen Ausstellern - und selbst unter den Besucher:innen - die Diskussion, ob sich der Weg denn lohne. "Wer kein Gesicht zeigt, gilt unternehmerisch als angezählt oder muss zumindest ständig die Gründe erläutern", war da zu hören. Aber auch: "Das Risiko ist in den aktuell unsicheren Zeiten einfach zu unkalkulierbar." Doch was macht die LEARNTEC als jährlichen Branchentreffpunkt aus, wenn die eigene Community an den Erfolgsaussichten zweifelt? Ist die LEARNTEC mehr als ein Ritual? CHECK.point eLearning hat sich unter den anwesenden Ausstellern umgehört.
Mehr als nur VR
München, Mai 2026 - (von Bianca Oswald, FKC) Immersives Lernen ist eines dieser Schlagworte, bei denen viele sofort an futuristische Szenarien denken: Menschen mit VR-Brillen, die in virtuellen Welten herumlaufen und dabei Dinge lernen, die im echten Leben vielleicht kompliziert, gefährlich oder schlicht unmöglich wären. Immersives Lernen bedeutet im Kern, Lernende so stark in eine Situation einzubinden, dass sie nicht nur Inhalte aufnehmen, sondern aktiv erleben, Entscheidungen treffen und die Konsequenzen ihres Handelns spüren. Es geht um Kontext, Relevanz und das Gefühl, wirklich "drin" zu sein – und das ist weniger eine Frage der Technik als vielmehr eine der Gestaltung.
EUDI‑Wallet
Berlin, April 2026 - (von Rolf Reinhardt) Eine Intensivkrankenschwester aus Valencia bewirbt sich an einer Universitätsklinik in Berlin. Noch vor wenigen Jahren hätte dieser Prozess Monate gedauert: beglaubigte Kopien von Abschlusszeugnissen, Postversand, manuelle Prüfverfahren durch Verwaltungsstellen und nicht zuletzt die Unsicherheit über die Anerkennung ausländischer Qualifikationen. In naher Zukunft könnte dieser Ablauf deutlich effizienter aussehen: Die Bewerberin übermittelt einen kryptografisch signierten Nachweis ihrer Facharztausbildung direkt aus ihrer digitalen Identitäts‑Wallet an das HR‑System der Klinik. Die Echtheit des Dokuments wird automatisiert bestätigt, ohne dass dabei mehr personenbezogene Daten offengelegt werden als notwendig.
Schatten-KI
Düsseldorf, April 2026 - (von Thorsten Rusch, Senior Director Solution Consulting bei Cornerstone on Demand) Generative KI hat den Arbeitsplatz im Sturm erobert. Sie schreibt eMails, fasst Meetings zusammen, unterstützt bei Analysen und liefert kreative Impulse – oft schneller, als Unternehmen Richtlinien entwickeln können. Während viele Arbeitgeber den Einsatz von KI ausdrücklich begrüßen, wächst gleichzeitig ein Phänomen, das zunehmend zu einer strategischen Herausforderung wird: die stille, inoffizielle Nutzung von KI-Tools durch Mitarbeitende.
Orientierungsbedarf
München, April 2026 - (von Laura Mildenberger, FKC) Die LEARNTEC zeigt jedes Jahr aufs Neue, wohin sich digitales Lernen entwickelt – und macht dabei vor allem eines sichtbar: die Vielfalt und Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Entwicklungen im Markt. Neben Themen wie Künstlicher Intelligenz und neuen Plattformlösungen wird deutlich, dass Organisationen sehr unterschiedliche Wege gehen. Während einige Unternehmen beginnen, eLearning-Strukturen aufzubauen, entwickeln andere bereits eigenständig Inhalte und entwickeln Inhalte längst selbst in eigenen, eingespielten Setups. Besucher:innen finden Fischer, Knoblauch & Co auf der LEARNTEC in Halle 1 an Stand C20.