Anzeige
Anzeige
Anzeige
Bitkom Umfrage zur Weiterbildungsstudie
jedes Jahr beleuchtet die Bitkom Akademie in ihrer Weiterbildungsstudie aktuelle Entwicklungen der beruflichen Weiterbildung. In diesem Jahr liegt der Fokus auf Zukunftskompetenzen. Ziel der Befragung ist es, ein aktuelles Bild zu den Themen Lernen und Weiterbildung im Kontext digitaler Entwicklungen zu gewinnen. Ihre Erfahrung und Meinung sind dabei besonders wertvoll und tragen dazu bei, ein realistisches und aussagekräftiges Gesamtbild zu erhalten.
Zur Umfrage
KoLLI

Partizipation erhöht die Lern-Motivation

Karlsruhe, Juni 2026 - Das Forschungsprojekt "Kooperative Lehr-Lern-Innovationen" (KoLLI) an der DHBW Karlsruhe ist nach zweijähriger Laufzeit planmäßig beendet. Gefördert durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre, wurden innovative Ansätze partizipativer Hochschullehre entwickelt, erprobt und empirisch untersucht. Mit dem Abschluss der Förderphase endet das Projekt formal – die entwickelten Konzepte, Materialien und Erkenntnisse werden jedoch weiter genutzt und in möglichen Folgeinitiativen weiterentwickelt.

Das Fundament: Was bedeutet Partizipation?

Zu Beginn des Projekts stand das Team vor der grundlegenden Herausforderung, ein gemeinsames Verständnis von Partizipation in der Hochschullehre zu erarbeiten. Da hierzu sehr unterschiedliche Vorstellungen existieren, musste zunächst geklärt werden, wie "partizipative Hochschullehre" im Kontext von KoLLI definiert wird. Das Ergebnis war ein Leitbild, das über die bloße Modernisierung von Formaten hinausgeht: Es geht um eine Begegnung auf Augenhöhe, das Teilen von Verantwortung für den Lernerfolg und die aktive Mitbestimmung der Studierenden – bis hin zur Gestaltung von Lehr-Lerninhalten.

Von der Idee zur gelebten Innovation

Der Ursprung des Projekts liegt im preisgekrönten Lehrprojekt "smile" (Studierende als Multiplikatoren für innovative und digitale Lehre). Ein Team aus fünf Expert:innen – Prof. Dr. Katja Wengler, Prof. Manfred Daniel, Lars Ewald-Schleip, Dennis Schulmeister-Zimolong und Marie Tuchscherer-Schad – entwickelte daraus einen Ansatz, der die Studierenden als "Change Agenten" begreift.

Erprobung und empirische Fundierung

Im Rahmen des Projekts wurden in verschiedenen Lehrveranstaltungen gezielte Interventionen durchgeführt. Studierende wirkten dabei aktiv an der Gestaltung von Lehr-Lern-Inhalten, Methoden und Reflexionsprozessen mit. Die empirische Begleitforschung umfasste Interviews sowie quantitative Umfragen.
Die Auswertung der Daten, basierend auf der Beteiligung von rund 200 Studierenden und 13 Lehrenden, bestätigt die Wirksamkeit des Ansatzes: Die aktive Mitgestaltung steigert die intrinsische Motivation und stärkt das Gefühl, als gleichberechtigte Partner im Lehr-Lern-Prozess wahrgenommen zu werden.

Stimmen aus dem Projekt

"Unser Projekt macht die Studierenden zu aktiven Gestalter:innen der Hochschullehre", erklärt die Projektleiterin, Prof. Dr. Katja Wengler. „Die Ergebnisse zeigen, dass Partizipation nicht nur die Motivation erhöht, sondern auch die Qualität des Lernens nachhaltig verbessert.“
Dennis Schulmeister-Zimolong betont: "Studierende, die in Entscheidungsprozesse eingebunden sind, lernen nicht nur motivierter, sondern können ihr Potenzial besser entfalten."
Gleichzeitig zeigen die Projekterfahrungen, dass partizipative Lehransätze auch Herausforderungen mit sich bringen: Eine eher konsumorientierte Lernhaltung mancher Studierenden und die Fokussierung auf Prüfungsinhalte erschweren mitunter die aktive Mitgestaltung. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Partizipation und didaktischer Steuerung sicherzustellen, um sowohl Qualitätsstandards als auch Prüfungsanforderungen zu erfüllen und gleichzeitig neue Lernkulturen zu etablieren.

Transfer, Handlungsempfehlungen und Weiterentwicklung

Ein zentrales Ergebnis von KoLLI ist die Entwicklung praxisnaher Unterstützungsangebote: Lehrende und Hochschulen erhalten Zugang zu Leitfäden, Methodenbausteinen, konkreten Lehr-Lern-Settings sowie frei verfügbaren Open Educational Resources (OER). Ergänzend entstehen digitale Angebote, etwa in Form eines Moodle-Raums, die den Transfer in die Praxis erleichtern. Das Konzept ist bewusst generisch angelegt und kann flexibel in unterschiedlichen Fachbereichen und Hochschultypen eingesetzt werden.

Auch über das Projektende hinaus wirken die Ergebnisse fort: Sie fließen unter anderem in Initiativen wie zum Beispiel "Dual³" ein und werden dort weiterentwickelt. Damit leistet KoLLI einen nachhaltigen Beitrag zur Transformation der Hochschullehre und versteht sich als Impulsgeber für einen kulturellen Wandel hin zu mehr Mitgestaltung, Verantwortungsteilung und dialogischer Lehre.