Wann nutzen Lehrkräfte Künstliche Intelligenz?
Eine aktuelle Auswertung der Bildungsplattform to teach liefert datenbasierte Einblicke. Grundlage sind rund 1,4 Millionen Unterrichtsmaterialien, die im Schuljahr 2025/26 über die Plattform erstellt wurden. Die Analyse zeigt drei typische Einsatzfelder: Neben der täglichen Unterrichtsvorbereitung hilft KI Lehrkräften dabei, Materiallücken zu schließen, aktuelle Ereignisse schnell in den Unterricht zu bringen und Lerninhalte stärker an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler anzupassen. Rund 400.000 Lehrkräfte sowie 4.500 Schulen im deutschsprachigen Raum nutzen to teach bereits - doppelt so viele Lehrkräfte wie noch im Vorjahr.
KI schließt Materiallücken
Besonders deutlich wird das in Fächern und Berufsfeldern, die sich kontinuierlich weiterentwickeln. So gehört Pflege, von Unterrichtsplänen über Präsentationen bis hin zu KI-generierten Grafiken, zu den meistgenutzten Themen auf der Plattform. Obwohl Lehrkräfte an Berufsschulen nur rund 13 Prozent der Nutzerbasis ausmachen, ist das Thema dort überproportional vertreten. Die Daten zeigen, dass Berufsschulen KI gezielt einsetzen, um fehlende oder veraltete Unterrichtsmaterialien in einem Bereich auszugleichen, der sich durch den Fachkräftemangel und neue Ausbildungsanforderungen stetig verändert.
Auch wirtschaftliche Themen werden häufig mit Unterstützung von KI aufbereitet. Von Grundlagen der Betriebswirtschaft bis hin zu aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen nutzen Lehrkräfte die Plattform, um Inhalte schneller an neue Rahmenbedingungen anzupassen. Gerade in Themenfeldern, die sich laufend verändern, hilft KI dabei, Unterrichtsmaterialien aktuell und passgenau zu erstellen.
Aktuelle Ereignisse landen fast in Echtzeit im Unterricht
KI hilft Lehrkräften außerdem dabei, den Unterricht kurzfristig an aktuelle Entwicklungen anzupassen. Wie schnell aktuelle Ereignisse im Unterricht ankommen, zeigt die Fußball-WM 2026 besonders deutlich: 1.289 Unterrichtsmaterialien entstanden dazu im vergangenen Schuljahr, darunter 494 Übungen, 455 Arbeitsblätter und 234 Unterrichtspläne. Die Auswertung zeigt, wie schnell gesellschaftliche Ereignisse heute ihren Weg ins Klassenzimmer finden können - deutlich schneller, als klassische Schulbücher aktualisiert werden.
Popkultur schafft Anknüpfungspunkte
Nicht nur aktuelle Ereignisse, sondern auch die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler prägt den KI-Einsatz. Im Schuljahr 2025/26 entstanden mehr als 25.000 Inhalte rund um Hobbys, Popkultur und weitere Themen aus der Lebenswelt der Lernenden. Die Daten zeigen, dass Lehrkräfte KI gezielt nutzen, um Lerninhalte greifbarer zu machen und Unterricht stärker an den Interessen ihrer Klassen auszurichten.
KI unterstützt Unterricht analog und digital
Die Plattform wird inzwischen von Lehrkräften nahezu aller Schulformen genutzt, besonders häufig an Gymnasien (20 Prozent), Grundschulen (15 Prozent) und Berufsschulen (13 Prozent). Die beliebtesten Fächer bleiben wie bereits im Vorjahr Deutsch (12 Prozent), Englisch (10 Prozent) und Mathematik (9 Prozent).
Auch wenn digitale Werkzeuge an Bedeutung gewinnen, bleibt der Unterricht selbst häufig analog. Rund 86 Prozent aller erstellten Materialien werden heruntergeladen, etwa als PDF oder Word-Dokument und anschließend ausgedruckt oder klassisch im Unterricht eingesetzt. Im Schuljahr 2024/25 lag dieser Anteil noch bei über 90 Prozent. Gleichzeitig nimmt die digitale Nutzung zu: Rund 14 Prozent der Materialien werden inzwischen über Links oder Lernplattformen geteilt und direkt digital bearbeitet.
"Digitalisierung muss sich nicht radikal anfühlen. Wenn Lehrkräfte mit KI schneller passgenaue Materialien erstellen und diese anschließend in ihren gewohnten Unterricht integrieren, ist das bereits ein echter Fortschritt", sagt Felix Weiß, Mitgründer und CEO von to teach.