LEARNTEC 2026: Der Hotspot für digitale Bildung

Bild entfernt.Ob Key Player oder Mittelstand, ob disruptives Startup oder Bildungsinitiative: Vom 5. bis zum 7. Mai 2026 präsentieren Unternehmen aus aller Welt ihre Lösungen rund um digitale Bildung, begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit viel Raum für Austausch.

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E-Learn 2007

Internationaler Querschnitt durch das eLearning-Wissen

Quebec/Tübingen, November 2007 - (von Stefanie Panke, Institut für Wissensmedien) Die "World Conference on E-Learning in Corporate, Government, Healthcare & Higher Education" (kurz E-Learn) findet jährlich an wechselnden Orten statt. Veranstalter ist die "Association for the Advancement of Computing in Education" (AACE), eine internationale, gemeinnützige Organisation, die sich für die Weiterentwicklung sowohl des theoretischen Wissens als auch des praktischen Know-hows zum Lernen und Lehren mit neuen Medien einsetzt.



In diesem Jahr gastierte die E-Learn in Quebec City, Kanada. Mit knapp 900 Teilnehmern aus 52 Ländern war die einwöchige Veranstaltung vom 15 bis 19. Oktober ein Marktplatz für Ideen,theoretische Konzepte und technische Lösungen im Bereich eLearning. Der Call for Paper erzielte eine Resonanz von rund 1.500 Einreichungen. Insgesamt 648 Artikel (ca. 45%) wurdenzur Präsentation als "short paper" oder "long paper" angenommen. Hinzu kamen mehrere Keynotes und "invited talks". Die Fülle der Vorträge fand in sechzehn parallelen Sessions statt. Der Tagungsbericht kann damit kein Gesamtbild, sondern nur einen persönlichen Eindruck wiedergeben.

Durch das frankophone Umfeld waren besonders viele Projekte aus einem französischsprachigen Kontext vertreten. Am ersten Konferenztag besuchte ich einen zweisprachigen Workshop zu "Games and Simulations in Higher Education", der von DavidKaufman und Louise Sauvé durchgeführt wurde. Insbesondere durch die Praxiserfahrung der Frankokanadierin Dr. Sauvé konnten die Workshopteilnehmer einen guten Überblick zum Standvon Theorie und Anwendung im Bereich Game based Learning gewinnen.

In einer Einführung wurde eine Systematisierung des Gegenstandsbereichs vorgenommen und Simulationen alsModellierungen realer Prozesse unterschieden von Spielen, die in der Regel zweckfrei sind und festgelegte Rollen wie Gewinner und Verlierer aufweisen. Als dritte Kategorie wurden Spiele mit Simulationscharakter beschrieben, die auf einem sehr eingeschränkten Modell beruhen (wie z.B. Monopoly). In einer Übung lernten die Teilnehmer die Umgebung "Savie's Online - Educational Games Central" kennen. Hier werden "game shells" angeboten, mit denenLehrende ohne Programmierkenntnisse und unter geringem Zeitaufwand eigene Online-Spiele erstellen können.

Für Bildungsinstitutionen ist der Zugang kostenlos. Bislang sind in der Umgebung Spiele in englischer, französischer und spanischer Sprache verfügbar - aber vielleicht kommen ja auch bald einige deutschsprachige Angebote hinzu!

Im weiteren Konferenzverlauf haben mich insbesondere die Vorträge zu Web 2.0 und Social Software interessiert. Es zeigte sich, dass der Einsatz in formalen Bildungskontexten nicht immer unproblematisch ist. Vielfach wurde das Spannungsfeld zwischen informellem Austausch und selbst gesteuertem Lernen auf der einen Seite und der curricularen Integration und Prüfungsorientierung auf der anderen Seite problematisiert.

Ein Beispiel ist der Beitrag von Andrew Moshirnia von der University of Kansas mit dem Titel "Am I Still Wiki? The Creeping Centralization of Academic Wikis". In einer Fallstudie wird gezeigt, wie sich ein offenes Kurswikinach und nach in eine formalisierte, geschlossene Lernumgebung verwandelt hat.

Andere Beiträge beschäftigten sich stärker mit sozialen Aspekten von. und den Umgang mit der eigenen Online-Identität reflektierten. Lars Svensson von der schwedischen University West ging in seinem Vortrag darauf ein, wie Nutzer in Anwendungen wie Weblogs und Netzwerkbörsen ihre Online-Identität verwalten und dabei verschiedene Rollen berücksichtigen müssen, zum Beispiel als Freund, Familienmitglied, Mitarbeiter oder Vorgesetzter.

Einen guten Gesamtüberblick und niedrigschwelligen Einstieg in die Thematik "Lernen und Web 2.0" bot der eingeladene Vortragvon Johannes Strobel (Concordia University, Canada). Der Schwerpunkt seiner Darstellung lag auf dem Potenzial von Social Software für das informelle Lernen. Auch eine der insgesamt drei Keynotes widmete sich dem Thema Web 2.0. Tony O'Driscoll stellte dar, wie sich der Umgang mit Informationen durch neue Webtechnologien verändert und welche Auswirkungen sich hieraus für das Alltags- und Berufsleben ergeben.

Mein persönlicher Favorit war die Keynote von Carol Barnum, die sich mit Methoden des Usability-Testing befasste. Dr. Barnum ging insbesondere auf Verfahren der heuristischenEvaluation, auf den Personas-Ansatz und auf die Bedeutung von qualitativ ausgerichteten Beobachtungen und Befragungen ein. Weil wir im Zuge der Entwicklung des Community-Bereichs im Portal e-teaching.org bereits mit der Personas-Methode gearbeitet haben, hatte ich einen praktischen Anknüpfungspunkt und fand die Gegenüberstellung von verschiedenenUsability-Ansätzen sehr überzeugend.

Leider begann direkt im Anschluss die Session mit meinem eigenen Vortrag, so dass ich keine Gelegenheit hatte, das einstündige Diskussionsforum, das zu jeder Keynote veranstaltet wurde, zu besuchen. Ein Format, das ich ansonsten sehr gerne ausprobiert hätte.

In meiner Präsentation ging es um Informationsdesign für Bildungsportale. Insbesondere wurde ein Vergleichsraster für Webseiten dargestellt. Einige Zuhörer interessierten sich für das Instrument, so dass wir in Zukunft auch eine englischsprachige Variante unserer Item-Sammlung entwickeln werden.

Durch das dicht gedrängte Programm kam der informelle Austausch etwas kurz. Abhilfe schufen hier die an zwei Tagen angebotenen "Business Lunchs". Anders als die Bezeichnungsuggeriert, handelte es sich nicht um eine auf Geschäftsbeziehungen ausgerichtete Veranstaltung, sondern vielmehr um ein Forum, bei dem sich Personen zu themenbezogenenDiskussionsrunden zusammenfinden konnten. So konnte ich Einblicke in die Praxisprobleme bei der Content-Entwicklung gewinnen und mich über Neuerungen zu digitalen Bibliothekeninformieren.

Am letzten Konferenztag hatte ich noch eine Moderation als Session Chair übernommen. Leider waren viele Teilnehmer schon abgereist, so dass die Vorträge insgesamt nicht gut besuchtwaren. Wer zu früh seine Koffer packte, verpasste allerdings zum Beispiel den einzigen Vortrag zum Thema Social Tagging, der von Holly Witteman (University of Toronto), gehalten wurde.

E-Learn 2007