Sie ist die bedeutendste europäische Fachmesse mit Kongress für digitale Bildung: Die LEARNTEC vom 5. bis zum 7. Mai 2026 in Karlsruhe ist die zentrale Plattform für all jene, die die berufliche Aus- und Weiterbildung voranbringen wollen. Dass das gelingt, dafür sorgen nicht nur Ausstellende aus aller Welt, ein Fachprogramm, das das gesamte E-Learning Spektrum von LMS bis LLM abdeckt.
Social Learning: Ein Muss für die Personalentwicklung
Der Begriff Social Learning beschreibt im Allgemeinen die Tatsache, dass Menschen mit- und voneinander lernen. Das kann sowohl online (z.B. über Social Media oder eLearning) als auch offline (Präsenzunterricht, Gruppendiskussionen etc.) stattfinden.
Reed et al. fassen es in ihrer Definition wie folgt zusammen:
Social Learning …
- zeigt, dass bei den beteiligten Personen ein Wandel im Verständnis stattgefunden hat;
- zeigt, dass dieser Wandel über das Individuum hinausgeht und sich innerhalb größerer Gruppen oder Communities of Practice vollzieht;
- findet durch soziale Interaktionen und Prozesse zwischen Akteuren innerhalb eines sozialen Netzwerks statt.
Aus Sicht der Lerner:innen konzentriert sich Social Learning darauf, wie sie mit anderen Mitarbeiter:innen interagieren, um zu lernen und Fähigkeiten zu erwerben. Dies ist ein Grundgedanke hinter dem 70:20:10-Modell. Demzufolge lernen wir ca. 70 % durch Learning by Doing, 20 % durch Interaktionen mit Kolleg:innen und 10 % durch formelle Schulungen. Darüber hinaus ist die Generation der "Millennials" mit "Mobile Learning" aufgewachsen, d.h. mit dem Lernen überall und zu jeder Zeit. Da die Lerner:innen im privaten Umfeld mit Social Media vertraut sind, können sie sich die Verfahren des Social Learning auch schnell aneignen.
Social Learning am Arbeitsplatz kann auf vielerlei internen Kanälen stattfinden. Solche Plattformen und Learning Management Systeme (LMS) ermöglichen die Kommunikation und den Austausch von Informationen, Erfahrungen und Wissen. Sie fördern das Lernen im gesamten Unternehmen. Wir nutzen täglich eine Reihe von Collaboration Tools, Social Networks und Software zur Interaktion in unserem privaten und beruflichen Umfeld. Der Einsatz von Social Learning mit eLearning-Content ist eine Chance für zukunftsorientierte Unternehmen, die das Engagement in der Personalentwicklung vorantreiben wollen.
Social Learning schafft Experten
Am einfachsten lernen Menschen am Modell und durch direkte Erfahrung. Es ist gut nachvollziehbar, warum 73% der von der Brandon Hall Group befragten Unternehmen zunehmend auf Social Learning setzen. Laut Accenture beabsichtigen 82% der Unternehmen, die bereits soziale Lerninstrumente einsetzen, diese in Zukunft noch stärker zu nutzen.
Für Unternehmen gibt es demnach zahlreiche und gute Gründe, Social Learning am Arbeitsplatz zu fördern:
Social Learning …
- bietet im Vergleich zu formalen Schulungen einen besseren Return on Investment
Die Studie der Brandon Hall Group fand heraus, dass soziale Lernansätze im Vergleich zu formalen Schulungen ein Return-on-Investment-Verhältnis von 75:1 liefern.
- fördert die Behaltensleistung
In traditionellen, formalen Lernumgebungen erinnern sich die meisten Menschen innerhalb von 72 Stunden noch an 10% der vermittelten Informationen.
- steigert das Engagement der Lernenden
HBX, eine Online-Bildungsinitiative der Harvard Business School, verzeichnete mit der Umsetzung von Social Learning einen Anstieg der Abschlussrate auf 85%.
- ist kosteneffizient
Nach Angaben des Halbleiterherstellers AMD spart der Umstieg auf soziales Lernen mehr als 250.000 Dollar pro Jahr an Ausgaben für formale Schulungen.
- wirkt sich positiv auf die Bindung von hoch qualifizierten Mitarbeiter:innen aus
Da wir alle Gemeinschaftswesen sind, müssen wir uns auch als Teil einer Gruppe fühlen. Wenn wir unser Wissen teilen, indem wir jemand anderen anleiten, fühlen wir uns als Teil von etwas Größerem. Auf diese Weise können Unternehmen die Zufriedenheit, das Engagement und die Bindung ihrer Mitarbeiter:innen an das Unternehmen verbessern.
- verkürzt Orientierungsphasen während der Einarbeitung von neueingestellten Mitarbeiter:innen
Es kann bis zu zwei Jahre dauern, bis neue Mitarbeitende richtig produktiv sind. Für manche Mitarbeiter:innen kann es bis zu sechs Monate dauern, bis sie sich in ihrer neuen Position wohl fühlen. Social Learning beschleunigt diesen Prozess, indem "Neuankömmlinge" sich schnell mit ihren Kolleg:innen und internen Expert:innen vertraut machen. Sie werden ermutigt, Fragen zu stellen und sich in der gesamten Organisation zu vernetzen.
- fördert das Lernen als aktiven und konstruktiven Prozess
Die Konstruktivistische Denkschule sieht Lernen als einen aktiven und konstruktiven Prozess, in dem die Lernenden zu Lehrenden werden. Es schafft eine Belegschaft, die sich durch die informelle Anleitung ihrer Kolleg:innen in ihrer eigenen Weiterbildung engagieren (Lernen durch Lehren).
- verbessert die Kommunikation
Der Kommunikationsfluss sollte an jedem Arbeitsplatz, auf jeder Ebene der Organisation gewährleistet sein. EMails und andere elektronische Medien können leicht zu einem Verlust von subtilen Informationen führen, was den Bedarf an persönlicher Interaktion erhöht. Social Learning erleichtert die Zusammenarbeit auf organische Weise, vor allem in einer Umgebung, in der Erkenntnisse in der gesamten Organisation ausgetauscht werden.
- ermöglicht Mitarbeitenden, dort Fragen zu stellen und Antworten zu erhalten, wo sie benötigt werden
Das Testen von Lösungen für tatsächliche Probleme in Echtzeit ist eine der effektivsten Möglichkeiten, ein Verfahren zu erlernen.
- bringt auch eher passive Mitarbeitende dazu, einen Beitrag zu leisten
Nicht jeder ist begeistert von der Idee, vor Kolleg:innen zu stehen und eine Frage zu stellen. In virtuellen Kanälen können denjenigen, die etwas schüchterner sind, am Gespräch teilnehmen, ohne ihre Komfortzone verlassen zu müssen.
- ermöglicht Lernen in der individuellen Lernzeit
Nicht jeder lernt im gleichen Tempo. Wenn Antworten auf bestimmte Fragen jederzeit online verfügbar sind, können sie jederzeit überprüft werden, bis das Konzept effektiv beibehalten wird.
- schafft eine Community of Practice
Jeder im Unternehmen hat Expertenwissen auf einem bestimmten Gebiet. Demzufolge sollte jeder ermutigt werden, sich an einer Diskussion zu beteiligen und Wissen zu teilen.
- zeigt vorhandene Talente auf
Wenn die Organisation Fachwissen schafft, sollte dieses Wissen geteilt werden. Anregungen von Teammitgliedern oder Experten können im Social Learning erleichtert und gefördert werden, indem gute Beiträge gewürdigt und belohnt werden. Dies kann dazu beitragen, dass Talente innerhalb der Organisation wachsen.