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Praxisbeispiele

Vom Nachweis zur Handlungssicherheit

Praxisbeispiel Sicherheitsunterweisung
Linz, August 2026 – (von Renate Mitter, clickandlearn GmbH) Pflichttrainings müssen dokumentierbar sein, Fristen einhalten und Zertifikate ausstellen. Doch ein erfolgreicher Abschluss allein zeigt noch nicht, ob Mitarbeitende Inhalte wirklich verstanden haben und im Arbeitsalltag richtig handeln können. Wie sich Pflichtschulungen praxisnah, verständlich und wirksam gestalten lassen, zeigen zwei konkrete Projekte.

Praxisbeispiel 1: KTE macht Sicherheitsunterweisung vor Ort erlebbar

Bei der Kerntechnischen Entsorgung Karlsruhe GmbH, kurz KTE, absolvieren alle Mitarbeitenden jährlich eine mehrteilige Unterweisung.

Für die Modernisierung des Moduls "Betriebskunde K1" wurden Inhalte, Struktur und Navigation grundlegend überarbeitet. Gemeinsam mit clickandlearn entstand ein digitales Lernformat, das Fachwissen mit realen Einblicken in den Betrieb verbindet.

KI-Avatare moderieren die Inhalte, während ein realer Darsteller direkt auf dem KTE-Gelände durch sicherheitsrelevante Situationen führt. Anlagen, Sammelplätze und typische Abläufe werden nicht nur erklärt, sondern in ihrer tatsächlichen Umgebung gezeigt.

Interaktive Elemente und ein Abschlussquiz ergänzen das Konzept.

Der Mehrwert:
Die Mitarbeitenden erhalten nicht nur theoretisches Wissen, sondern können Inhalte direkt mit ihrem Arbeitsumfeld verknüpfen. Das erhöht Orientierung, Relevanz und Aufmerksamkeit.

Praxisbeispiel 2: BILLA prüft Wissen mit realistischen Videoszenen

Für BILLA und BILLA Plus wurde eine verpflichtende Schulung zum Umgang mit Medizinprodukten entwickelt.

Das Training richtet sich an Mitarbeitende und Marktführungskräfte und besteht aus einem Basismodul sowie einem kompakten Auffrischungsmodul. Videos, kurze Szenarien, Interaktionen und MicroLearning-Elemente stellen den Bezug zum Arbeitsalltag im Handel her.

Besonders praxisnah ist die Lernerfolgskontrolle: Die Teilnehmenden sehen realistische Videoszenen und müssen das Video genau in dem Moment stoppen, in dem sie einen Fehler erkennen.

Wer die kritische Stelle übersieht, erhält eine direkte Auflösung.

Der Mehrwert:
Das Wissen wird nicht nur abgefragt, sondern angewendet. Die Lernenden müssen aufmerksam beobachten, Risiken erkennen und konkrete Situationen beurteilen.

Was die Beispiele gemeinsam haben

Die Projekte zeigen, dass wirksame Pflichttrainings vor allem drei Dinge brauchen:

  • einen klaren Bezug zum tatsächlichen Arbeitsalltag,
  • aktive Entscheidungen statt reinem Durchklicken,
  • eine Lernerfolgskontrolle, die Verständnis und Handlungssicherheit prüft.

Auch Wiederholungstrainings müssen nicht jedes Jahr denselben vollständigen Kurs abbilden. Das BILLA-Beispiel zeigt, wie bekannte Inhalte in einem kompakten Auffrischungsformat gezielt aktiviert werden können.

Zertifikat und Lernerfolg zusammen denken

Zertifikate, Abschlussquoten und Teilnahmeübersichten bleiben für Unternehmen unverzichtbar. Sie sollten jedoch nicht der einzige Qualitätsmaßstab sein.
Ein gutes Pflichttraining dokumentiert nicht nur, dass ein Kurs abgeschlossen wurde. Es schafft Verständnis, erhöht die Aufmerksamkeit für kritische Situationen und unterstützt Mitarbeitende dabei, im Arbeitsalltag sicher zu handeln.