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Nach dem Training

Wie Lernen nachhaltig wirksam wird

Leinfelden-Echterdingen, November 2026 – Das eLearning ist absolviert, die neue Anwendung erklärt. Ob daraus dauerhaft nutzbares Wissen entsteht, zeigt sich jedoch erst im Arbeitsalltag: Wenn Mitarbeitende das Gelernte anwenden, auf neue Situationen übertragen oder bei Bedarf wiederfinden müssen. Für die Know How! AG rückt deshalb zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, wie Unternehmen Lernangebote so gestalten können, dass Lernen über den einzelnen Lernmoment hinaus wirksam bleibt.

ELearnings, Workshops und Trainings vermitteln Grundlagen und schaffen Orientierung. Viele Fragen entstehen jedoch erst bei der Anwendung: Wie lässt sich ein Ansatz auf einen konkreten Arbeitsfall übertragen? Was ist zu tun, wenn der eigene Anwendungsfall im Kurs nicht vorkam? Und wo findet sich eine Antwort, wenn das Gelernte einige Wochen später benötigt wird?

Nachhaltiges Lernen verbindet deshalb Lernangebote mit Anwendung, Austausch und zugänglichem Wissen. Für Learning & Development gewinnen damit neben der Entwicklung von Lernangeboten auch Auswahl, Aktualisierung und Kuratierung an Bedeutung.

Vier Bausteine für nachhaltiges Lernen:

  1. Lernimpulse schaffen Orientierung.
    Trainings, eLearnings und Lernpfade vermitteln Grundlagen und schaffen eine gemeinsame Ausgangsbasis.
  2. Anwendung macht Wissen nutzbar.
    Im Arbeitsalltag zeigt sich, was verstanden wurde, welche Fragen offenbleiben und wo weitere Unterstützung erforderlich ist.
  3. Austausch macht Erfahrungen zugänglich.
    Communities, Sprechstunden oder kollegiale Formate ermöglichen es, Fragen und Lösungswege mit anderen zu teilen.
  4. Kuratierung erhält Wissen.
    Relevante Erkenntnisse werden strukturiert, qualitätsgesichert und so dokumentiert, dass sie auch später auffindbar bleiben.

Entscheidend ist die Verbindung dieser Bausteine. Stehen Training, Anwendung, Austausch und Wissenssicherung unverbunden nebeneinander, gehen Erfahrungen verloren und hilfreiche Antworten bleiben bei Einzelnen.

Communities verlängern Lernen in den Arbeitsalltag

Learning Communities bieten Raum für Fragen, die häufig erst bei der Anwendung des Gelernten entstehen. Mitarbeitende können Erfahrungen vergleichen und Lösungswege diskutieren. Dafür reicht es allerdings nicht, einen digitalen Kanal einzurichten. Eine Community benötigt einen klaren Zweck, wiederkehrende Anlässe für den Austausch und eine aktive Begleitung.

Besonders wirksam wird der Austausch, wenn er mit anderen Lernangeboten verbunden ist: Ein Training vermittelt Grundlagen, die Anwendung erzeugt neue Fragen, die Community greift sie auf. Geeignete Erkenntnisse können anschließend in Wissensartikel, Lernpfade oder weitere Sessions einfließen.

Wie das in der Praxis aussehen kann

Wie sich solche Elemente verbinden lassen, zeigt ein Projekt der Know How! AG mit einem Hersteller für Abfüllanlagen. Im Kontext von Microsoft 365 wurden unterschiedliche Lern- und Unterstützungsangebote miteinander verknüpft. Dazu gehören unter anderem Live-Online-Trainings, digitale Lernangebote, Wissensangebote und eine Community-Struktur.

Für eine Zielgruppe aus dem Assistenzbereich wurde der Ansatz weitergeführt: Auf einen Assistant Day folgen kompakte Sessions, in denen konkrete Arbeitssituationen aufgegriffen, Anwendungen demonstriert und Erfahrungen ausgetauscht werden. Ergänzende Inhalte und Erkenntnisse aus dem Austausch können wiederum für die weitere Wissensvermittlung genutzt werden.

Das Beispiel verdeutlicht das Prinzip: Eine Lernmaßnahme bildet einen Ausgangspunkt. Anwendung, Austausch und verfügbare Wissensangebote führen den Lernprozess im Arbeitsalltag weiter.

Nachhaltiges Lernen braucht ein Gedächtnis

Während eines Lernprozesses entsteht neues Wissen. Mitarbeitende entwickeln Lösungswege, entdecken Besonderheiten eines Arbeitsprozesses oder finden Antworten auf Fragen, die in einem Training nicht vorhersehbar waren.

Bleiben diese Erkenntnisse in einem Gespräch oder Chat, profitieren vor allem die unmittelbar Beteiligten. Werden sie dagegen geprüft, strukturiert und auffindbar dokumentiert, können sie zu Wissen für die Organisation werden.

Hier treffen Community Learning und Kuratierung aufeinander. Lernende sind nicht ausschließlich Empfänger vorproduzierter Inhalte. Ihre Fragen und Erfahrungen geben Hinweise darauf, welches Wissen im Arbeitsalltag benötigt wird. L&D kann diese Erkenntnisse aufgreifen und daraus Wissensartikel, neue Lernimpulse oder Anpassungen bestehender Lernangebote ableiten.

Damit wird Kuratierung zu einer wichtigen Aufgabe von L&D: Relevantes Wissen muss ausgewählt, aktuell gehalten und so aufbereitet werden, dass Mitarbeitende es im Arbeitsalltag finden und einordnen können.

Lernkultur ist keine Aufgabe von L&D allein

Lernpfade, Communities und Wissensplattformen schaffen für sich genommen noch keine Lernkultur. Ob Mitarbeitende tatsächlich Fragen stellen, Erfahrungen teilen, neues Wissen erproben und daraus gemeinsam lernen, hängt von den Bedingungen im Arbeitsalltag ab.

Damit wird Lernkultur zu einer gemeinsamen Aufgabe. L&D kann Lernangebote entwickeln, Austausch ermöglichen und Wissen zugänglich machen. Führungskräfte und Teams prägen mit, ob Lernen und Austausch im Arbeitsalltag tatsächlich stattfinden.

Auch Communities brauchen entsprechende Rahmenbedingungen. Ohne erkennbare Relevanz, Verantwortlichkeiten und die Verbindung zu anderen Lern- und Wissensangeboten besteht die Gefahr, dass sie zu isolierten Austauschorten werden.

Eine nachhaltige Lernkultur verbindet deshalb Lernangebote mit den Bedingungen der täglichen Arbeit. Lernen findet dann nicht nur zu festgelegten Zeitpunkten statt, sondern setzt sich in Anwendung, Austausch und gemeinsamer Wissensentwicklung fort.