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Führungskräftetraining: Marathon oder Sprint?

Dr. Michael Silvio KuscheSaarbrücken, Februar 2018 – Dr. Michael Silvio Kusche ist bei der IMC AG Vorstand für die Bereiche New Business & Innovation, Content & Creation sowie Marketing & HR. Im Interview verrät er, was gute Führungskräftetrainings auszeichnet, weshalb digitale Formate in diesem Bereich eine besonders wichtige Rolle spielen und weshalb die Qualität der Trainings Auswirkungen auf die gesamte Organisation hat.

Hallo Dr. Kusche! Könnten Sie uns als erstes verraten, inwiefern sich die Weiterbildungsbedarfe von Führungskräften von denen anderer Mitarbeiter in Unternehmen unterscheiden?

Dr. Michael Silvio Kusche: Ja, gerne. Wichtig ist mir zunächst einmal, dass man als Geschäftsleitung Weiterbildungsbedarfe grundsätzlich für alle Mitarbeiter prüfen muss. Denn der Erfolg eines Unternehmens hängt nun einmal von jedem einzelnen Musiker des gesamten Orchesters ab. Die Weiterbildungsbedarfe von Führungskräften unterscheiden sich allerdings in der Tat von denen anderer Angestellter und sind meines Erachtens zwangsläufig komplexer, da sie eine größere Bandbreite an Themen und Kompetenzfeldern abdecken. Neben der fachlichen Kompetenz sind insbesondere strategische und kommunikative Fähigkeiten notwendig.

Einige Führungskräfte empfinden Weiterbildung allerdings als lästigen Zeitfresser; verständlich, weil das Tagesgeschäft nicht viel Spielraum lässt. Dieser Herausforderung muss man mit der Art und Weise des Empowering begegnen. Beispielsweise durch Microlearning oder dadurch, dass man mit den sowieso gewünschten Fähigkeiten spielt – im wahrsten Sinne des Wortes – man lernt beziehungsweise trainiert mit einem Game. Führungskraft sein ist meist ein Marathon, der als ständiger Sprint wahrgenommen wird.

Das ständige Abfragen der erforderlichen Kompetenzen will gelernt sein und in dem souveränen Umgang mit all dieser Komplexität besteht meiner Meinung nach auch das Hauptziel guter Trainings für Führungskräfte.

 

Könnten Sie ein für Führungskräfte typisches Weiterbildungsszenario beschreiben?

Dr. Michael Silvio Kusche: Etwas Allgemeingültiges gibt es da nicht. Aber sagen wir einmal so: Ständiges Hinterfragen und Offenheit für Neues sind meines Erachtens Kernkompetenzen einer Führungskraft. Und dies sollte auch in den Trainingsszenarien zum Ausdruck kommen.

Daher sollten Führungskräfte zum Beispiel an entsprechenden Coachings teilnehmen. Solche Formate müssen so gut es geht an die Führungspersönlichkeit angepasst sein und leben von einem Höchstmaß an Individualität. Deshalb sollten sie auch als Präsenz-Seminare in kleinen Gruppen sowohl unter Einbindung von Rollenspielen als auch im Einzelgespräch mit einem Coach stattfinden.

Andere Kompetenzen lassen sich hingegen ohne weiteres mithilfe von Apps oder Mobile Games trainieren. Gerade das für eine Führungskraft beschriebene Mindset von Hinterfragen und Offenheit spricht meines Erachtens auch für die Umsetzung von spannenden digitalen Formaten wie beispielsweise Augmented Reality oder Chatbots.

 

Kommt digitalen Medien und Formaten in Führungskräftetrainings eine besondere Rolle zu und wenn ja, welche?

Dr. Michael Silvio Kusche: Natürlich, wir leben schließlich in einer digitalen Welt. Je näher ein Trainingsszenario an der tatsächlichen Wirklichkeit der Führungskraft dran ist, desto eher nimmt diese das Training an; alles muss mobil und auf den üblichen Devices verfügbar sein, so dass man überall – ob im Zug oder im Flugzeug - trainieren kann. Hier sollten wie gesagt auch die Mehrwerte von Augmented Reality genutzt werden. Es ist eindrucksvoll, wie effizient man mit seinem eigenen Smartphone zum Beispiel technische Details oder Beschreibungen eines Objektes beziehungsweise Fotos erkunden kann; alles mobil und überall abrufbar.Nichts ist für einen Trainingserfolg kontraproduktiver, als alte und den Nutzer langweilende Formate. Eine Führungskraft kann heutzutage von ihrem Unternehmen erwarten, dass es mit denselben oder besseren Tools arbeitet, als diejenigen, die man zu Hause selbst anwendet.

 

Wie lautet Ihre Einschätzung der These, dass die Investition in Führungskräftetrainings für ein Unternehmen überproportional wichtig ist?

Dr. Michael Silvio Kusche: Das ist richtig und falsch zugleich. Richtig, weil sich der Erfolg oder Misserfolg einer Führungskraft gegebenenfalls deutlich auf den Gesamterfolg des Unternehmens auswirkt. Aber zugleich ist es falsch, weil es in einem Unternehmen nicht nur auf die Häuptlinge ankommt, ganz im Gegenteil. Es wird vielfach unterschätzt, wie sehr jeder einzelne Mitarbeiter für den Unternehmenserfolg mitverantwortlich ist. Und damit meine ich nicht nur die fachlichen oder persönlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, die unterstützt werden sollten. Auch die Wertschätzung und Motivation der Mitarbeiter sind entscheidend. Und dafür – und so schließt sich der Kreis – sind wiederum die Führungskräfte verantwortlich.

 

Bietet die IMC digitale Trainingslösungen, die spezifisch auf die oben genannnten Bedarfe antworten? Um welche Lösungen handelt es sich?

Dr. Michael Silvio Kusche: Natürlich. Als Europas Marktführer unterstützen wir Mitarbeiter eines jeden Levels mit den jeweils spezifisch erforderlichen Maßnahmen. Bei Führungskräften setzen wir daher beispielsweise auf Microlearning. Ein kurzes Fünf-Minuten-Training, gerne auch als Video umgesetzt, ist effizienter als langatmige Lern-Formate herkömmlicher Anbieter.

Ein weiteres wirksames Beispiel sind Games, natürlich inklusive Tests und Rankings. Das ist eines der gefragtesten Tools im Sales-Bereich und sollte viel mehr bei Führungskräften eingesetzt werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass so Fakten leichter im Gedächtnis bleiben und die Motivation aufrechterhalten bleibt. Und wer zeigt seinem Kollegen nicht gerne, wie gut er ist..

Letztlich kommt es für die Auswahl der passenden Anwendung immer auf die konkrete Zielgruppe an. Daher verstehen wir uns als IMC auch als Manufaktur digitaler Lösungen.