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Knackpunkte beim Worksplace Learning lösen

Eichstätt, Februar 2018 - (von Elisabeth Schulze Jägle) Im Rahmen von digitalen Bildungsprojekten sind die Begriffe "Stakeholdermanagement" und "Workplace Learning" schöne Beispiele dafür, dass bei diesem Thema gerne Begrifflichkeiten verwendet werden, sich jedoch die meisten nicht so ganz im Klaren sind, was damit wirklich gemeint ist. 

Ich verwende bei meiner Unterstützung von Unternehmen im Rahmen einer nachhaltigen Etablierung einer digitalen Bildungslandschaft lieber den Begriff "Interessensgruppe", der auch in der Mediation verwendet wird. Eine Gruppe oder eine Person hat also bestimmte Interessen, die diese – um im betrieblichen Kontext zu bleiben - qua Rolle im Unternehmen (z.B. vertritt der Datenschutz die Interessen des Datenschutzes) vertritt.

Neben Interessen spielen Bedürfnisse, also das Bedürfnis einen bestimmten Mangel zu beseitigen, eine sehr große Rolle, denn wenn es um Menschen geht, dann geht es – beruflich wie privat – neben reinen Sachinteressen auch immer um Bedürfnisse – und die sind mit Emotionen verbunden.

Um arbeitsplatz-nahes, digitales Lernen zu ermöglichen geht es also um die Einbeziehung aller Interessengruppen, ihrer Interessen und Bedürfnisse sowie um das gemeinsame Finden von Lösungen, die im Alltag funktionieren!

Auch der Begriff "Workplace Learning" beschreibt das, was wir Menschen schon seit der Steinzeit gemacht haben: Wir haben bedarfsbezogen, also arbeitsplatz-nah, gelernt bzw. uns Rat von Anderen, Erfahreneren, geholt, die in der Sache mehr Ahnung hatten als wir. Da sind sie die berühmten 90 Prozent des Informellen Lernens, die tagtäglich am Arbeitsplatz passieren.

Wie kann man nun gemeinsam mit alle Interessengruppen konstruktiv und möglichst effizient an den Knackpunkten arbeiten und gemeinsam Lösungen für Barrieren finden, die das Lernen am Arbeitsplatz erschweren?

Man holt alle Beteiligten zusammen und sorgt für eine konstruktive wie vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre: Dies passiert in den 1,5 bis 2-tägigen ESCHUJA Stakeholder Workshops, mit meist sieben bis vierzehn Interessengruppen eines Unternehmens (Geschäftsführer, Mitbestimmung, Datenschutz, Qualitätssicherung, IT, Personalentwicklung, Führungskräfte, etc.).

Gemeinsam eignen sich alle Grundlagenwissen im Themenbereich "digitales Lernen" an und wenden dieses Wissen in Diskussionsrunden, Kleingruppen- und Großgruppenarbeiten unmittelbar mit Blick auf das eigene Unternehmen an. So werden gemeinsam Knackpunkte bearbeitet – und oft schon während des Workshops erste Lösungen gefunden.

Was gemeinsam zusammentragen wird sind die wesentlichen Knackpunkte beim arbeitsplatznahem Lernen im Unternehmen. Einige Beispiele: Wie erfolgt die Organisation von Lernzeiten und Lernorten im Betriebsablauf konkret für die verschiedenen Mitarbeitergruppen (z.B. Innendienst / Außendienst oder Produktion / Vertrieb)? In welchen Sprachen muss Lernen ermöglicht werden (einsprachig oder in mehreren Sprachen)? Wie sieht es mit der Endgeräteausstattung, den PC-Kenntnissen, der Medienkompetenz bei den verschiedenen Mitarbeitergruppen aus? Wer hat überhaupt einen PC-Arbeitsplatz und wer nicht?  

Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Stakeholdergruppen wird so in relativ kurzer Zeit jede Barriere für arbeitsplatznahes Lernen sichtbar gemacht und besprochen, erste Lösungen gefunden und konkrete nächste Schritte vereinbart.

Die Lösungen vieler dieser oben angesprochenen Punkte sind dann wesentliche Bestandteile einer Betriebsvereinbarung und oder von essentiellen Corporate Learning Prozessen, die eine nachhaltige Nutzung von digitalen Lernformen und -formaten im Unternehmen sicherstellen.